HABIS:HZO-Schnittstelle

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Bild:Icon FehlerNichtBearbeitet.png Mit dem Wegfall der Freizone zum 1.1.2013 werden Anwendungsbereich und Umfang der HZO-Schnittstelle eingeschränkt auf den Bahnversand KV für den Seezollhafen. Einige Stellen im folgenden Text sind deshalb durchgestrichen, das Handbuch wurde aber nicht vollständig überarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Anwendungsbereich

Anwendungsbereich der HZO-Schnittstelle ist der Datenaustausch von HABIS Zoll im Rahmen der Zollabfertigung für Bahntransporte vom und zum Hamburger Hafen. HABIS Zoll kommuniziert mit Zollanmeldern, Ladestellen, EVUs und HABIS Classic.


Umfang

Über die HZO-Schnittstelle werden Willenserklärungen beim Zoll angemeldet, aus der Freizone abfahrende Züge gemeldet, und Entscheidungen des Zolls kommuniziert. Abgedeckt wird der gesamte Bahnverkehr von Ladestellen in der Freizone und im Seezollhafen. Die Schnittstellen-Beschreibung ist hinterlegt als HABIS:Handbuch HZO-Schnittstelle. Sie definiert

  • allgemeine Regeln der Kommunikation für die Schnittstelle,
  • Nachrichten zur Übermittlung von Willenserklärungen, Zugmeldungen, Gestellungen, diversen Zollentscheidungen und Statusmeldungen,
  • Prüfungen, die in HABIS Zoll auf die eingehenden Daten erfolgen.

Szenarien, d.h. mögliche Abfolgen von Nachrichten bei der Anmeldung und Bearbeitung von Willenserklärungen sind beschrieben als Anwendungsfälle von HABIS Zoll),


Kommunikationsregeln

Registrierung

Organisationen, die über die HZO-Schnittstelle Daten mit HABIS Zoll austauschen wollen, müssen sich bei der HPA registrieren und einen Nutzungsvertrag abschließen. Sie erhalten dann eine X500-Adresse, die beim Senden an HABIS Zoll im envelope als Absender anzugeben ist. Ein Teilnehmer kann auch eine Benutzerkennung erhalten für den Zugang zur Schnittstelle über den HZO-Webclient.

Eine Registrierung ist möglich als Anmelder von Willenserklärungen, als Kaibetrieb, oder als EVU. Die Registrierung ist erforderlich, damit Daten mit dieser X500-Adresse an der HZO-Schnittstelle akzeptiert werden. Die Registrierung ist auch erforderlich für Unternehmen, die als EDI-Provider einen Zugang zur HZO-Schnittstelle anbieten.

Ein EDI-Teilnehmer muss ein Testverfahren durchlaufen, mit dem ein korrektes Kommunikationsverhalten sichergestellt wird, und erhält bei erfolgreichem Abschluss eine Zertifizierung. Erst danach wird der Teilnehmer für den produktiven Betrieb freigeschaltet.

Syntax

Bei den Nachrichten der HZO-Schnittstelle handelt es sich um Nachrichten im XML-Format. Sie sind mittels XSD definiert. Diese Schema-Beschreibungen sind Teil der HZO-Dokumentation, sie sind auf den Seiten der Hafenbahn hinterlegt ([1]).

Als Zeichensatz wird UTF-8 benutzt.

Datum und Uhrzeit werden gemäß des Standards ISO 8601 dargestellt. Alle in den Nachrichten übermittelten Zeitinformationen werden als UTC-Angabe versendet. Beispiele:

  • Datum: 2008-03-05
  • Zeitstempel: 2008-03-05T23:23:25.000Z

EDI-Struktur

Ein HZO-XML-Dokument (= eine übertragene Datei) besteht aus einem EDI-Umschlag ("envelope") und mindestens einer, evtl. mehreren Nachrichten. Die Definition des <envelope> liegt in einem eigenen Schema mit eigenem Namespace ("habis") vor.

Bild:HZO_envelope_struct.jpg

Für ein Dokument werden Absender und Empfänger (als X500-Adressen) sowie Datum/Uhrzeit der Erzeugung angegeben. Im <body> können mehrere, auch unterschiedliche Nachrichten in einem Dokument enthalten sein.

Jede Nachricht in einem Dokument gibt als Attribut im Root-Element ihr Nachrichtenformat an. Das Nachrichtenformat ist die Version des Schemas und muss mit dem verwendeten Namespace für die Nachricht korrespondieren. Das Nachrichtenformat erlaubt die Weiterentwicklung der Nachricht mit einer neuen Versionsnummer, ohne dass die bestehenden Versionen betroffen sind.

Bild:HZO_Nachrichtenformat.jpg


Die HA-Nummer ist der von HABIS Zoll generierte Schlüssel für eine Willenserklärung. Jede fachliche Nachricht, die sich auf eine Willenserklärung bezieht, beginnt deshalb mit der Angabe der HA-Nummer. In der Nachricht Willenserklärung selbst ist diese Angabe optional, da sie bei Neuanlage noch nicht existiert.

Quittierung

Nachrichten - außer Quittungsmeldungen selbst - werden grundsätzlich quittiert. Dies wird vom Empfänger der von HABIS versendeten Nachrichten erwartet, und HABIS quittiert seinerseits alle empfangenen Nachrichten.

Eine Quittung kann positiv oder negativ sein. Positiv bedeutet, dass nicht nur die quittierte Nachricht technisch empfangen wurde, sondern dass die Daten auch gespeichert und in die zuständige Anwendung weitergereicht wurden. Eine positive Quittung signalisiert dem Absender, dass er mit der weiteren Bearbeitung des übermittelten Vorgangs rechnen kann. Negativ bedeutet hingegen, dass zwar die Nachricht auf der EDI-Ebene angekommen ist (sonst könnte sie nicht quittiert werden), aber die Daten nicht übernommen werden konnten. Mit einer negativen Quittung werden auch die Gründe für die Ablehnung der Nachricht mitgeteilt (fachliche Beschreibung zum Verhalten bei negativen Quittungen s.u. HZO:Verhalten bei negativer Quittung).

Bleibt eine Quittung aus, so muss davon ausgegangen werden, dass eine Störung der Kommunikation vorliegt. Die Nachricht wurde entweder nicht gesendet, oder die versendete Nachricht ist nicht angekommen, oder sie ist im empfangenden System nicht verarbeitet worden. Die Zeitspanne, nach der eine Quittung als "fehlend" erklärt wird, ist in jedem an der Kommunikation teilnehmenden System selbst festzulegen, ebenso wie die Reaktion in so einem Fall.

HABIS Zoll wiederholt nicht quittierte Nachrichten mehrfach in bestimmten Intervallen. Die Anzahl der Wiederholungen und die Zeitintervalle sind von der HABIS Zoll Betriebsführung festgelegt.

Statusmeldungen

Die WE-Status Nachricht wird vom Zoll an den Absender der Willenserklärung verschickt und dient dazu, den Anmelder, den Kaibetrieb bzw. das EVU über eine Statusänderung einer Willenserklärung zu informieren. Es können Rückweisungen, Freigaben und Informationen über Stornierungen übermittelt werden (Beschreibung s. unter WE-Status).

Nachrichten

Die Schemabeschreibungen der Nachrichten sind im Internet veröffentlicht als ZIP-Datei: HPA -> Download Schnittstellendokumentation.

Quittungsmeldung

Die QM-Quittungsmeldung dient dazu, den Empfang einer anderen Nachricht zu bestätigen (s. auch Quittierung). In der Quittungsmeldung wird die quittierte Nachricht durch ihren Nachrichtennamen und die Sendezeit angegeben, weitere Elemente können die HA-Nummer, die Kundenreferenz und die Ladeeinheit sein.

Die Quittungsmeldung enthält immer das Element <Status>. Ein Status erhalten bedeutet eine positive Quittung. Hat eine positive Quittung eine Zusatzinformation, bedeutet dies in der Regel, dass die quittierte Nachricht doppelt empfangen wurde. Negative Quittungen werden mit dem Status fehlerhaft gemeldet. In diesem Fall gibt es mindestens eine Zusatzinformation, die den Grund der Ablehnung der Nachricht beschreibt.

Statusinformation

Die Statusnachricht WE-Status teilt den derzeitigen Zustand der Willenserklärung oder ihres Stornoantrags mit. Eine Statusnachricht bezieht sich immer auf eine Willenserklärung, die über ihre HA-Nummer referenziert wird. Im Element <Status> können folgende Werte übermittelt werden:

  • Überlassen - Der Zoll hat die Prüfung der Daten abgeschlossen und überlässt die Ladeeinheit dem Anmelder. entfällt
  • Überlassung aufgehoben - Der Zoll hat die Überlassung aufgehoben. Eine weitere Behandlung erfolgt außerhalb von HZO.
  • Rückweisung - Der Zoll hat inhaltliche Mängel an der Willenserklärung festgestellt. Der Anmelder muss eine Änderung in Form einer neuen Willenserklärung senden.
  • Einzelfall - i.d. Regel eine Beschlagnahmung der Ladeeinheit. Eine weitere Behandlung erfolgt außerhalb von HZO.
  • Storniert - die Willenserklärung wurde erfolgreich storniert.
  • Storno abgelehnt - der Stornoantrag zu einer Willenserklärung wurde abgelehnt.
  • WE akzeptiert - Meldung aus der Freizone im Bahnversand: Die Willenserklärung wurde vorgeprüft und wartet auf die Gestellung. entfällt
  • Warten auf MRN - Automatische Rückweisung. Es muss die Movement Reference Number (MRN) über eine geänderte Willenserklärung gesendet werden.
  • Verladefreigabe - Meldung an Kaibetriebe und EVU's. Die Ladeeinheit ist zur Bahnverladung freigeben. entfällt
  • Frachtbriefdruck abwarten / Frachtbrief drucken - Ausprägung in Abhängigkeit der Verkehrsart. Wird an den Anmelder der Willenserklärung übermittelt. Bevor die Ladeeinheit abgefahren werden kann, muss der Frachtbrief gedruckt werden. Dies geschieht über die Nachricht FG-FrachtbriefGedruckt. entfällt

Willenserklärung

Die Nachricht WE-Willenserklaerung dient zur Anmeldung einer Ladeeinheit beim Zoll. Sie wird im Bahnversand und im Bahnempfang benutzt, für den KV wie für den WLV. Für die Neuanlage und zur Änderung wird die Willenserklärung von einem Anmelder an HZO gesendet. Wird die Nachricht bei Neuanlage angenommen, so wird sie positiv mit einer neuen HA-Nummer quittiert. Für Änderungen muss in der WE-Willenserklaerung die HA-Nummer und die neue Version angegeben sein.

Soll eine Willenserklärung storniert werden, so geschieht dies über die eigene Nachricht WE-Stornoantrag. Änderung und Stornierung von Willenserklärungen sind Regeln unterworfen, die hauptsächlich vom Arbeitsfortschritt des Zolls abhängen. Siehe dazu auch die verschiedenen Anwendungsfälle.

Stornoantrag

Die Nachricht WE-Stornoantrag wird vom Anmelder zum Stornieren einer Willenserklärung genutzt. Dazu muss der Anmelder in der Nachricht die HA-Nummer und die Version der Willenserklärung angeben, auf die sich der Stornoantrag bezieht. Ein Stornoantrag kann vom System

  • automatisch abgelehnt werden, indem die Nachricht negativ quittiert wird.
  • automatisch angenommen werden, indem die Nachricht positiv quittiert wird und dann von HZO eine WE-Status(Storniert)-Nachricht an den Anmelder gesendet wird.
  • manuell vom Zoll entschieden werden, indem die Nachricht positiv quittiert wird. Der Zoll wird dann über den Antrag im Einzelnen entscheiden und dies dem Anmelder bei Akzeptanz durch eine Nachricht WE-Status(Storniert) mitteilen, oder bei Ablehnung durch eine Nachricht WE-Status(Storno abgelehnt).

Gestellung

Die Nachricht GM-Gestellungsmitteilung wird nur von Ladestellen, EVU's und dem Betriebsführer HABIS benutzt, um den Zoll über das Eintreffen einer Ladeeinheit im Hafen zu unterrichten. Welcher dieser Teilnehmer die Gestellung senden muss ist abhängig vom Szenario. Mit Meldung einer Gestellung an HZO hat der Zoll rechtlich Zugriff auf die in der Gestellung referenzierte Ladeeinheit.

Zollamtliche Anordnung

ZAA-Benachrichtigung

Über eine ZAA-Benachrichtigung teilt der Zoll dem Anmelder der WE und dem Kaibetreib bzw. EVU die Anordnung einer zollamtlichen Beschau bzw. die Anforderung fehlender Unterlagen mit. Es gibt folgende Beschaumaßnahmen:

  • Beschau Amtsplatz an einer bestimmten Ladestelle
  • CPA (Containerprüfanlage)
  • Beschau an der CPA
  • Veterinärkontrolle
  • Pfanzenbeschau
  • Sonstige Beschau, die vom Zoll spezifiziert wird.

Bei

  • fehlenden Unterlagen werden diese explizit benannt.

Die Termine einer Beschaumaßnahme müssen über die Nachrichten AC-ContainerAufAmtsplatz und BS-BeschauStatus vom Anmelder mit dem Zoll abgestimmt werden.

Beschau-Abstimmung

Mit der Nachricht AC-ContainerAufAmtsplatz teilt der Anmelder einer Willenserklärung dem Zoll mit, wann die Beschau der Ladeeinheit durchgeführt werden soll. Vorschlagstermine können aus der ZAA-Nachricht entnommen werden. Weiterhin sind die Beschauzeitenpläneder einzelnen Ladestellen im Internet veröffentlicht. Die Termine der AC-Container-Auf-Amtsplatz werden immer durch eine oder mehrere BS-BeschauStatus-Nachrichten bestätigt bzw. abgelehnt.

BeschauStatus

Mit der Nachricht BS-BeschauStatus werden die Termine, die der Anmelder mittels AC-ContainerAufAmtsplatz-Nachricht an HZO gesendet hat, bestätigt oder abgelehnt. Die Nachricht wird an den Anmelder und den Kaibetieb / das EVU gesendet. Sie kann mehrere Termine beinhalten. Bei Ablehnung eines Termins gibt es immer eine Begründung. Abgelehnte Termine müssen mit einer neuen AC-ContainerAufAmtsplatz-Nachricht an den Zoll gemeldet werden. Die Abstimmung muss solange erfolgen, bis alle angeordneten Beschauen einen abgestimmten Termin haben. Bis dahin können auch die Zeiten von einzelnen schon abgestimmten Beschauen geändert werden.

Rangierfreigabe

entfällt Die Nachricht RF-RangierFreigabe wird von HZO im Transportende / Bahnempfang an den Habis-Betriebsführer gesendet, wenn dieser die Ladeeinheit vom Eingangsgleis zum Kaibetrieb rangieren darf.

Frachtbrief-Gedruckt

Die Nachricht FG-FrachtbriefGedruckt wird von EVU's gesendet, die eine vgVV-Berechtigung haben. Sie ist nötig im vgVV-Verfahren und Voraussetzung für die Überlassung. Sie kann erst nach der Verladefreigabe an Habis Zoll gesendet werden.

Eingangsanzeige

entfällt Mit der EA-Eingangsanzeige teilt der Kaibetrieb im Containerverkehr und der Betriebsführer im Wagenladungsverkehr im Transportende / Bahnempfang dem Zoll mit, dass die Ladeeinheit bei der Ladestelle eingegangen ist bzw. zur Ladestelle rangiert wurde. Dies bedeutet, dass die Nachricht erst kommen darf, wenn vorher eine Rangierfreigabe vom Zoll ausgesprochen wurde.

UM-Ueberlassungs-Meldung

Die Nachricht UM-Ueberlassungsmitteilung wird an Stelle einer WE-Status-Nachricht(Überlassen) im Seezollhafen an die Kaibetriebe gesendet.

Zugmeldung

entfällt Die AZ-ZugAbfahrbereitmeldung dient zur Übermittlung von Zug- und Wagendaten des Bahnbetriebs an den Zoll des Freihafens im Bahnversand. Jeder aus der Freizone ausgehende Zug muss von HABIS Classic an HABIS Zoll gemeldet werden. Der Zoll muss dann den Zug zur Abfahrt freigeben. Dies geschieht über die Meldung ZS-ZugStatusmeldung mit Status Frei. Weiterhin kann der Zoll einen Zug auch zurückweisen, um weitere Kontrollen durchzuführen. Dies geschieht per ZS-ZugStatusmeldung mit Status Zurueckgewiesen.

In der Zugmeldung werden neben den Abfahrtsdaten auch alle Wagen und die sich darauf befindenden Ladeeinheiten gemeldet. Weiterhin die Ursprungsladestelle der Ladeeinheit sowie ggf. die HA-Nummer einer Ladeeinheit aus dem Transportauftrag.

Abfahrtsmeldung

Mit der AM-Abfahrtsmeldung teilt der HABIS-Betriebsführer dem Zoll mit, dass die Ladeeinheit den Hafen verlassen hat.

Synchronisationsmeldung zur EB

entfällt Per Eingangsbenachrichtigung (EB) werden dem Kaibetrieb Auftragsdaten (inkl. HA-Nummer) eingehender Ladeeinheiten gemeldet. Mit der EG-EingangsbenachrichtigungGesendet wird von HABIS Classic an HABIS Zoll gemeldet, dass die EB an den Kaibetrieb übermittelt wurde. Damit ist für HABIS Zoll sichergestellt, dass dem Kaibetrieb die HA-Nummer bekannt ist.

Fristverlängerung

entfällt Im Transportbeginn Freizone werden Willenserklärungen nach einer gewissen Zeitspanne auf den Status Nicht abgefahren gesetzt, wenn bis dahin keine Zugfreigabe erfolgte. Mit der Nachricht WE-Verlaengerung kann die Frist jeweils um zwei Tage verlängert werden, wenn die Willenserklärung im Status Frachtbriefdruck abwarten oder Überlassen ist.

weiterführende Dokumentation

Das Schnittstellen-Handbuch findet sich unter Handbuch HZO-Schnittstelle.

Die Schemabeschreibungen der Nachrichten sind veröffentlicht als ZIP-Datei auf der HPA-Seite TransPORT Rail BASIC -> Download Schnittstellendokumentation.

Außerdem existiert eine Zusammenfassung der Schnittstellen-Änderungen für das HZO-Release 2.5.

Persönliche Werkzeuge